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Turniersieg für den VfL Oldesloe
Außenseiter Rümpeler SV überrascht als Dritter und stellt zudem den besten Torwart und erfolgreichsten Torschützen.

Von Sören Bachmann

Als die Party ihren Höhepunkt erreichte, war eigentlich schon alles vorbei. Der VfL Oldesloe stand längst fest als Sieger beim Fußball-Hallenturnier des SSV Pölitz um den Mademann-Cup, es lief das vorletzte Spiel, da fiel ein kleines Grüppchen Fans in Ekstase. Unten auf dem Parkett der Stormarnhalle trug sich nämlich erstaunliches zu. Die "Blauen", klarer Favorit und zuvor stets als Gewinner vom Feld gegangen, sie strauchelten - der große VfL aus der Bezirksoberliga gegen den kleinen Rümpeler SV aus der Kreisklasse A. Oben auf der Tribüne sangen die 20 Anhänger des Außenseiters noch ein bisschen lauter. Es habe sogar Beschwerden gegeben deshalb, sagte Turnierchef Ralf Westphal.



"Ohne Rümpel wär' hier gar nichts los", grölten sie, einer schlug auf seine Trommel ein und gab den Takt vor, und so ganz hatten sie ja gar nicht einmal Unrecht. Nur 200 Zuschauer passierten die Kasse, es waren noch Sitze frei diesmal. 2009 wird der Dorfklub seine Plakate ändern müssen. "In den vergangenen Jahren war die Stormarnhalle bis auf den letzten Platz besetzt", steht dort sonst immer, jetzt hat der allgemeine Zuschauerrückgang bei den Stormarner Hallenturnieren auch den Pölitzer "Budenzauber" erreicht.

Und doch war ordentlich Stimmung, der Rümpeler Fangemeinde sei Dank. Die Mannschaft ließ sich anstecken, denn nach zwei Niederlagen zu Beginn rollte sie das Feld von hinten auf. Platz drei am Ende und die Auszeichnungen für Michael Spitzmacher (bester Torwart) und Torschützenkönig Helge Höppner (sechs Treffer) waren mehr, als der A-Klassen-Dritte erwarten konnte.

Überrascht waren sie auch beim SC Union Oldesloe, als sie bei der Siegerehrung aufgerufen wurden, denn das Kreisligateam hatte einen enttäuschenden Auftritt hingelegt und nur den letzten Platz erreicht. Aber als Titelverteidiger gab es noch eine kleine Trophäe als Erinnerung, den großen Wanderpokal mussten die Oldesloer ja zurückgeben. Jetzt steht er in der Vitrine des Stadtrivalen. "Wir haben souverän und verdient gewonnen", sagte VfL-Trainer Walter Thielenhaus, er gab seinen Schützlingen sogar einen Tag frei zur Belohnung. So konnten sie länger feiern, den Sieg und den 25. Geburtstag ihres Mitspielers Marius Kuhlke.

Westphal sagte, dass es ein schönes Turnier gewesen sei, viel Fair Play, und die Sache mit dem nachlassenden Zuschauerinteresse sei auch kein Beinbruch. "Davon hängt unsere Existenz nicht ab", sagte er. Sogar der eigenen Mannschaft hatte Westphal schnell verziehen, denn im letzten Spiel hatte es wenigstens noch ein versöhnliches 5:1 über den SC Union Oldesloe gegeben, das brachte noch Rang vier ein, vor dem Bezirksoberligaklub SV Preußen Reinfeld.



Ralf Westphal übergibt den Pokal für den besten Torschützen

Pölitz-Coach Sven Buntfuß war die Laune trotzdem verdorben. "Nicht Letzter, keine Rote Karte, kein Verletzter. Das sind die positiven Dinge heute", sagte er, und man kann nur vermuten, wie lange er gebraucht hätte, um die negativen Punkte aufzuzählen. Sprachs und verschwand, während die Rümpeler Party in Grün und Weiß noch eine Weile weiterging.

erschienen am 23. Januar 2008


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